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Die Geschichte der Bahamas: Von den friedlichen Lucayans und der spanischen Ankunft

Bahamas Lucayans
Als Christopher Kolumbus und seine Mannschaft im Jahre 1492 auf der Insel San Salvador landete, mussten sie feststellen, dass schon Menschen auf den Inseln lebten, die wir heute Bahamas nennen.

Die Lucayans, amerikanische Indianer, lebten auf den Inseln schon seit mehr als 500 Jahre. Der Name Lucayans bedeutet 'Insel Leute'. Die Lucayans konnten nicht schreiben, aber sie haben die Geschichte ihrer Vorfahren über Generationen hinweg weitererzählt. Mit dem Aussterben der Population ist auch ihre Geschichte mit gestorben.

Deshalb ist unser Wissen über diese Menschen limitiert. Die am weitesten verbreitete Annahme ist, dass sie von der Nordküste Südamerikas stammen. Sie sind wegen den tödlichen Attacken der Carib Indianer nach Norden geflüchtet. Die Caribs waren gefürchtete Krieger und Kannibalen und lebten auf den Inseln der Kleinen Antillen.

Die Lucayans hatten dieselbe Sprache, benützten dieselben Werkzeuge und Waffen und hatten dieselben Bräuche wie die Arawak, ein weiterer Indianerstamm, der die Grossen Antillen (Kuba, Hispaniola, Jamaica) bevölkerte.

Die Lucayans wurden als freundliche, friedliche, glückliche und hübsche Menschen beschrieben. Sie ernährten sich von Fisch und anderen Meeresfrüchten, Mais, Maniok und Süßkartoffeln.

Ihre Siedlungen waren klein mit soliden Häusern aus Holz und Blätter, die manchen schweren Wind aushielten. Eine Siedlung mit fünfzehn Gebäuden war schon groß, die meisten waren kleiner.

Sie waren sehr geschickt in der Holzschnitzerei und machten Kanus, Speere, Schüsseln und Stühle. Moderne archäologische Entdeckungen weisen daraufhin, dass die Lucayans Keramik benutzt haben. Fragmente ihrer Töpferei wurden auf verschiedenen Inseln gefunden.

Als die Spanier im Jahre 1492 auf den Inseln kamen, wurden sie als Götter von den Lucayans begrüßt und mit vielen Geschenken überschüttet.

Die Spanier waren jedoch nicht an den kleinen und unproduktiven Inseln interessiert. Sie beeilten sich weiterzukommen auf ihrer Suche nach Gold. Das Unglück der Lucayans war ihre Nähe zu der Insel Hispaniola, wo die Spanier Gold fanden.

Die einheimischen Arbeiter auf Hispaniola waren schnell erschöpft und starben. Deshalb griffen die Spanier auf die Lucayans zurück und holten sie nach Hispaniola zum Arbeiten in den Minen und Plantagen.

Aber viele starben auf dem Seeweg und an europäischen Krankheiten. Der Rest starb an Überarbeitung und Heimweh. Innerhalb von 25 Jahren wurden die Lucayans ausgerottet, die einst eine Population von 40,000 zählten.

Die Engländer und die Piraten

Blackbeard
Viele Jahrzehnte nachdem Christopher Kolumbus die Bahamas entdeckten und die Lucayans ausgerottet wurden, passierte nicht viel auf den bahamesischen Inseln bis die Engländer im Jahre 1629 die Inseln als britische Kolonie deklarierten.

Ein paar Jahre später kamen die ersten britischen Siedler per Zufall auf die Insel Eleuthera. Mehr als 70 Puritaner suchten ein Land, indem sie ihre Religion in Freiheit ausüben konnten. Sie hatten Schwierigkeiten mit der englischen anglikanischen Kirche. Sie segelten von den Bermuda Inseln los und erlitten Schiffbruch vor der Nordküste von Eleuthera.

Dabei verloren sie alle ihre Vorräte, aber sie konnten auf der Inseln überleben und ernährten sich von von Fischen und Früchten. Das Leben war sehr hart auf Eleuthera, weil der Boden nicht sehr fruchtbar für die Landwirtschaft war. Deshalb segelten ein paar zurück nach Bermuda und konnten die dort lebenden Puritaner überzeugen, eine große Summe Geld zu spenden und Vorräte zu den Hilfsbedürftigen zu schicken. So konnten die Puritaner auf Eleuthera bleiben.

Etwa zur selben Zeit vergab der englische König die Eigentumsrechte an den Bahamesen einige englische Lords. Die Lords bestimmten einen Verwalter, um die kleine Siedlung Nassau zu beaufsichtigen und zu verwalten.

Während die Besiedlung von Eleuthera von der Suche nach religiöser Freiheit bestimmt war, war in Nassau genau das Gegenteil der Fall. Gesetz und Ordnung hatten es von Anfang an schwer in dieser kleinen Siedlung.

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Den Lebensunterhalt für die meisten bestand darin, gestrandete Schiffe auszuplündern. Tausende von Schiffen in allen Größen strandeten in den tückischen Gewässern rund um die Bahamas und waren ein einfaches Ziel für die einheimischen Plünderer. Es gab Geschichten von Plünderer, die die Leuchtfeuer für die Schiffe extra verschoben haben, um die Schiffe gegen die Felsen zu lotsen.

Es ist nur ein kleiner Schritt vom Plündern von gestrandeten Schiffen zur Piraterie, dem Angreifen und Plündern von Schiffen, die nicht in Not sind. Die karibische Inselwelt inklusive Nassau war der Zufluchtsort der Piraten.

Edward Teach (auch als Blackbeard bekannt), Mary Read und Anne Bonney (berüchtigte weibliche Piraten) waren die bekanntesten, die in Nassau lebten. Piraterie gegen feindliche Schiffe von den Spaniern war in jener Zeit sogar gesetzlich erlaubt. Die Spanier verloren so manches goldbeladene Schiff. Nassau wurde viermal innerhalb von 25 Jahren in Schutt und Asche gelegt.

Es wurde aber noch jedem Angriff immer wieder aufgebaut. Die Stadt füllte sich jedes Mal wieder mit Kriminellen aber auch ehrbaren Bürgern.

Aber die Zeiten änderten sich als Woodes Rogers im Jahre 1718 der königliche Gouverneur in Nassau wurde. Er säuberte die Stadt entweder durch öffentliches Hängen der Kriminellen oder durch Begnadigung. Er verstärkte die Festungen in Nassau und war auch in der Lage den spanischen Angriffen zu wiederstehen.

Wichtige geschichtliche Ereignisse wie die amerikanische Unabhängigkeit von England haben ihren Schatten auch auf die Bahamas geworfen. Amerikanische Loyalisten haben ihren Einfluss auf Nassau ausgedehnt.

Sie haben große Plantagen mit hunderten versklavten Frauen und Männern errichtet. Innerhalb eines Jahrzehnts sind die meisten Plantagen jedoch wirtschaftlich gescheitert. Das Ergebnis war jedoch, dass eine große Anzahl von Afrikanern die Inseln bevölkerten. Nachdem die Briten die Sklaverei verboten, wurden die Sklaven frei und viele fanden ein Zuhause auf den Bahamas.

Das 19. Jahrhundert und der Weg in die Unabhängigkeit

Nach dem wilden 17. Jahrhundert kehrten ruhigere Zeiten auf den bahamesischen Inseln ein. Die ruhigen Jahre wurden nur durch kurze Boom Jahre unterbrochen, wie die Zeit der amerikanischen Bürgerkriegs.

Die Nordstaaten konnten viele Häfen der Südstaaten blockieren und die Bahamesen machten ein Vermögen, alle möglichen Güter in den Süden zu schmuggeln. Aber als der Krieg vorbei war, waren auch die Boom Jahre auf den Bahamas vorbei und es kehrten wieder ruhigere Zeiten ein.

Die Schmuggelära erlebte eine Wiederbelebung während der amerikanischen Prohibition in den 20. Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Inseln wurden zum einem Stützpunkt für den Alkoholschmuggel in die USA.

Neue Hotel, Clubs und Kasinos wurden in den Bahamas errichtet und zogen Kriminelle und Dandys an, die ihre Winterferien auf den Inseln verbrachten. Aber diese Boom Zeit wurde durch die Große Depression und den späteren 2. Weltkrieg beendet.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Bahamas aktiver als Ferienort für Nordamerikaner vermarktet. Viel Werbung und die Eröffnung neuer Hotels brachte die Bahamas als Ganzjahresferienziel auf die touristische Landkarte. Der Tourismus wuchs zur wichtigsten Branche des Landes heran.

Am 10. Juli 1973, nach 250 Jahren britischer Kolonie, wurde die neue Nation Bahamas geboren. Der Übergang war nahtlos und friedlich. Alle Regierungsorgane waren schon seit langem etabliert.


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